Die Gemeinde und die Kirche Sønderhos gehen auf die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Die Fischerei und die Landwirtschaft waren damals die wichtigsten Einnahmequellen. Erst Mitte des 18. Jahrhundert begann man mit dem Schiffbau, der Seefahrt und dem Handel, was den Wohlstand mit sich brachte - eine Entwicklung, die sich bis zum Ende der Segelschiffart ca. 1900 hielt.
Diese Epoche spiegelt sich deutlich in den Bauten von Sønderho wieder, die überwiegend aus der Zeit von 1750-1900 stammen. Einzelne Häuser sind aus dem 20. Jahrhundert. Ca. 70 Häuser stehen unter Denkmalschutz.
Die Entwicklung von Sønderho ist heute gering, abgesehen von den Aktivitäten, die hauptsächlich mit dem Tourismus verbunden sind. Der Ort ist weiterhin eine lebende Gemeinde, die aufgrund ihrer kulturellen, menschlichen und umweltbedingten Werte überleben wird. Umgeben von schöner Natur und dem Meer mit ist Sønderho mit seiner Kirche, dem Krug, dem Museum »Hannes Hus«, dem Kunstmuseum, der Rettungsstation und der Mühle eine kulturelle Perle, die man einfach erleben muss.
Sønderho ist klein und sehr überschaulich, und das Straßennetz ist nur für geringen Verkehr geeignet. Stellen Sie das Auto am Parkplatz an der Kirche ab und gehen Sie zu Fuß. So erlebt man Sønderho am besten.
Bitte nehmen Sie Rücksicht darauf, dass die Häuser bewohnt sind.
1. Der neue Friedhof mit der Gedenkstätte (Mindelunden) für ungekommene Seeleute. Ein Gedenkstein erinnert an die Schiffskatastrophen des Winters 1825, wo 40 Seemannsfrauen Witwen und 100 Kinder vaterlos wurden.
2. Sønderho Mühle. Im Jahre 1761 wurde an dieser Stelle die erste Mühle und der dazugehörige Mühlenhof gebaut. Die heutige Mühle ist die dritte. Sie wurde 1895 errichtet, stellte aber im Sommer 1923 den Betrieb ein. Ist heute ein Museum.
3. Die Rettungsstation wurde 1887 gebaut, wird aber nicht mehr als solche benutzt. Ist heute Museum.
4. Die Kirche und der Pfarrhof von Sønderho. Das Gotteshaus wurde im Jahre 1782 erbaut und bekam 1865 sein heutiges Aussehen. Der dazugehörige Pfarrhof stammt aus dem Jahre 1749. Es ist die Kirche in Dänemark, die die meisten Modelschiffe hat.
5. Der Gemeindehof (Sognegården) und der Omnibusbahnhof wurden erst wenige Jahre vor der Zusammenlegung der Kommunalverwaltungen von Sønderho und Nordby im Jahre 1970 errichtet. Das Gebäude beherbergt heute das Postamt, Servicebüro, Stadtarchiv und Bibliothek.
6. Brinch-Heim wurde nach dem Arzt Hakon Brinch benannt, der in Sønderho geboren wurde und das Pflegeheim im Jahre 1949 als Geschenk für seine Geburtsgemeinde errichten liess. Das Heim wurde 1989 zu 6 Altenwohnungen umgebaut.
7. Die Gallionsfigur über der Gartentür stammt von dem 1847 in Quebec gebauten Barkschiff »LORD PALMERSTONE«. Das Schiff sank im Mittelmeer. Die Figur wurde 1851 in Sønderho am Strand angespült.
8. Das Bürgerhaus (Sønderho Forsamlingshus) entstand 1877 als eines der grossen Kapitänsvillen jener Zeit. Die Kooperative “Sønderho Forsamlingshus“ erwarb das Gebäude im Jahre 1918 und es ist seitdem Versammlungsort für zahlreiche lokale Aktivitäten.
9. Das Kromann-Haus ist ein grosses, graues Gebäude mit einer bewegten Geschichte: Zunächst beherbergte es die S.M. Kromann-Fabrik AG, eines der grössten Unternehmen des Ortes. Das Haus diente so unterschiedlichen Zwecken wie Farbenfabrik, Schiffszwieback-Bäckerei, Druckerei, Müllerei, Proviantierungsstation und zuletzt als Elektrizitätswerk. Sønderho´s einzigster Ehrenbürger, der Schriftsteller N.M. Kromann, wurde hier geboren. Er schrieb u.a. die Geschichte der Insel. Titel des Werks: „Fanø´s Historie“. Das Haus ist heute ein Kunstmuseum.
10. Das Spritzenhaus. Sønderho bekam seine erste Brandspritze im Jahre 1868.
11. Naturschutz-Rasenfläche. Im nordöstlichen Teil dieser Grünfläche stand früher ein ortstypisches Sønderho-Haus. Es wurde im Jahre 1911 abgetragen und im Freilichtmuseum in Lyngby bei Kopenhagen wieder aufgebaut.
12. Der Norddeich ist der neueste der Deiche, der Sønderho im Norden und Osten gegen das Meer absichert. Er wurde im Sommer 1982 um einen halben Meter erhöht, nachdem er sich bei der Sturmflut am 24.11.81 als zu niedrig erwies. 1989 wurde der Deich noch weiter ausgebaut und verstärkt.
13. Häuser unter Denkmalschutz. Die weitaus meisten der 70 Häuser in Sønderho, die unter Denkmalschutz stehen, befinden sich im Nordosten des Ortes. Aber ungeachtet des Denkmalschutzes werden fast alle Häuser traditionell tadellos instandgehalten.
14. »Kalvekrogen«. Hier befanden sich einst Sønderho´s Werftanlagen. Damals existierten die Deiche noch nicht und das Land wurde durch eine vorgelagerte Dünenkette geschützt. Das letzte und grösste Schiff, das hier gebaut wurde, war der 179 BRT große Schoner Vennerne« (»Die Freunde«). Es lief 1877 vom Stapel.
15. Das Böttcherhaus gehörte früher dem Leuchtfeuer- und Seezeichenamt, das hier Geräte aufbewahrte.
16. Hannes Haus - seit 1965 Museum. Ohne Vergleich das bestbewahrteste Beispiel eines bescheidenen, aber nicht armen Sønderho-Hauses aus jener Zeit, als das Städtchen der Heimatort einer großen Segelschiffsflotte war.
17. Die Börse (Borsen) seit Generationen Treffpunkt der Sønderhoninger zum Klönen übers Meer, Wind und Wetter - und was sich sonst ereignet hat. Hier steht auch die Sturmflutsäule.
18. Der Hafen. Im Hafen von Sønderhohat es niemals einen Kai oder auch nur einen Anlegeplatz gegeben. Der Hafen ist eine natürliche Gezeiten-Fahrrinne. Sturmfluten, Flugsand und Eiswinter sorgen für eine ständige Veränderung.
19. Der Steindeich wurde ursprünglich im Jahre 1847 aus gehauenen Steinen, die aus Norwegen stammen, angelegt. Mehrere Sturmfluten haben den Deich beschädigt, der seit 1923 in seinem Zustand belassen wurde.
20. Sønderho Kro. Das Gebäude ist seit 1772 königlich priviligierter Dorfkrug (Kro).
21. Kromanns Fischrestaurant. 1910 als Postamt des Städtchens erbaut und war bis 1937 in Betrieb. Danach »Badehotel« und jetzt ist es Restaurant, Konditorei und Hotel.
22. Die alte Molkerei. Jetzt »Cafe Nanas Stue«. Ausstellung der Fano-Fliesen
23. Das Zollkontrolleurhaus stammt aus dem Jahre 1871. In Sønderho wurden die für die weiter südlich gelegene Stadt Ribe bestimmten Warenladungen bis zum Jahre 1932 geprüft und verzollt.
24. Die Schule von Sønderho entstand 1856. Heute ist die Schule geschlossen, sie ist jedoch Mittelpunkt vieler kultureller Aktivitäten.
25. Käverbjerget. Auf dieser Anhöhe befand sich früher ein Seezeichen, genannt „Käver“. Von hier aus bekommt man einen Eindruck, wie die grosse Dünenkette in süd- und westlicher Richtung dem Ort Schutz gewährt. Fast alle Häuser wurden in Ost/West Richtung gebaut.